Gesundheitsbroschüren

Informationen und Beratung

A-plus Apotheken bieten ihren Kunden nicht nur freundliche und kompetente Beratung:

Damit Sie die Möglichkeit haben, die erhaltenen Informationen zu Hause weiter zu vertiefen, können Sie hier als kostenlosen zusätzlichen Service produkt- und herstellerneutrale Informationstexte einsehen. Fast alle Krankheitsfelder, Risikofaktoren bzw. Präventionsbereiche werden durch eine Broschüre abgedeckt.


Laktoseintoleranz – wenn die Milch Probleme macht

Die Diagnose Laktoseintoleranz, die Unverträglichkeit gegen den Zucker der Milch, wird immer häufiger gestellt. In Deutschland sind derzeit etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung laktoseintolerant. Betrachtet man die Weltbevölkerung, zählen Menschen mit Laktoseintoleranz zur Mehrheit, denn weltweit verlieren die meisten Erwachsenen die Fähigkeit, Milchzucker abbauen zu können. In Afrika und Asien sind es sogar fast 100 Prozent. Die meisten Betroffenen haben eine primäre, genetisch bedingte Milchzuckerunverträglichkeit. Eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker kann jedoch auch erworben sein, zum Beispiel als Folge von Darmerkrankungen oder Mangelernährung.

Mit dieser Broschüre erhalten Sie erste Informationen darüber, wie es Ihnen gelingen kann, trotz Laktoseintoleranz beschwerdefrei zu leben. Sie kann eine ärztliche Untersuchung und die ernährungstherapeutische Beratung nicht ersetzen.

Wie kommt es eigentlich zu Laktoseintoleranz?

Die Ursache der Laktoseintoleranz ist ein Mangel an Laktose abbauendem Enzym (Laktase) im Dünndarm. In den meisten Fällen ist der Enzymmangel genetisch bedingt. Dabei sinkt mit steigendem Lebensalter die Aktivität des Laktose spaltenden Enzyms. Von diesem primären oder physiologischen Laktasemangel unterscheidet man den sekundären oder erworbenen Laktasemangel. Der sekundäre Enzymmangel entsteht durch andere Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit) oder Magen-Darm-Infekte. Auch Untergewicht und Mangelernährung können ein Grund für sekundären Laktasemangel sein. Sekundäre Laktoseintoleranz verschwindet meist nach erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch einen extrem seltenen angeborenen Mangel an Laktase gibt (kongenitale Laktoseintoleranz).

Typische und untypische Symptome einer Laktoseintoleranz

Da es im Dünndarm an Laktose spaltenden Enzymen mangelt, kann der Zweifachzucker Laktose nicht in seine beiden Einzelzucker Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) gespalten werden. Es können jedoch nur die Einzelzucker über die Dünndarmzellen aufgenommen werden. Deshalb gelangt die ungespaltene Laktose in die unteren Darmabschnitte und wird von den dort siedelnden natürlichen Darmbakterien verstoffwechselt. Bei diesem bakteriellen Abbau entstehen Gase (Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan) und organische Säuren. Diese Abbauprodukte wiederum sind für die Beschwerden der Laktoseintoleranz verantwortlich.

Ausmaß und Auftreten der Beschwerden und damit die Milchzuckerempfindlichkeit sind sehr individuell und davon abhängig, wie stark die Aktivität des Milchzucker spaltenden Enzyms herabgesetzt ist.

Typische Symptome einer Laktoseintoleranz sind

  • Bauchgeräusche
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
  • Unwohlsein
  • Aufstoßen
  • Durchfälle

Teilweise treten jedoch aufgrund einer Laktoseunverträglichkeit auch unspezifische Beschwerden auf, wie

  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schlafstörungen
  • depressive Verstimmungen

Menschen mit untypischen Symptomen einer Milchzuckerunverträglichkeit haben nicht selten einen langen Leidensweg hinter sich, bevor die Diagnose Laktoseintoleranz gestellt wird.

Indirekte und direkte Tests auf Laktoseintoleranz

In vielen Fällen erlaubt schon das ausführliche Erstgespräch mit dem Arzt oder Ernährungstherapeuten erste Hinweise auf eine Laktoseintoleranz. Für die Sicherung der Diagnose stehen mit dem Wasserstoffatemtest und dem Laktosebelastungstest zwei indirekte Testmethoden zur Verfügung. Zudem gibt es als direkten Test auch einen Gentest auf Laktoseintoleranz. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, welches dieser Testverfahren für Sie sinnvoll ist.

Vermeiden Sie nur den Milchzucker und nicht die Milchprodukte

Milch, Sauermilchprodukte und Schnittkäse sind die bedeutendsten Kalziumlieferanten unter den Nahrungsmitteln. Zudem versorgen sie den Organismus mit hochwertigem Eiweiß, wichtigen B-Vitaminen und Magnesium. Wer diese Lebensmittel völlig von seinem Speisenplan streichen würde, bräuchte ein gutes Ernährungskonzept, um eine Nährstoffmangelversorgung zu vermeiden. Im Übrigen ist es auch gar nicht nötig, wegen einer Laktoseunverträglichkeit auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Seit mehreren Jahren finden Sie in vielen Lebensmittelmärkten ein reiches Angebot an Milch und Milchprodukten, deren Milchzucker bereits enzymatisch in die Einzelzucker gespalten wurde und die dadurch laktosefrei sind. Sie sind an Bezeichnungen wie „Minus-L“, „LAC“ oder dem Aufdruck „laktosefrei“ erkennbar und enthalten je 100 Gramm maximal 0,1 Gramm Restlaktose. Zudem sind in vielen Schnittkäsen und Weichkäsen von Natur aus nur Spuren von Laktose vorhanden.

Nachstehende Tabelle gibt Ihnen einen ersten Überblick zum Laktosegehalt ausgewählter Lebensmittel.

Laktosegehalt ausgewählter Lebensmittel:

Lebensmittel Gramm Laktose je 100 Gramm
Lebensmittel – Durchschnittswerte
Milch und Milchprodukte 
Kuhmilch 4,8-4,9
Schafmilch 4,7
Ziegenmilch 4,8
Buttermilch 4,0
Dickmilch 4,0
Naturjoghurt 4,0-4,2
Kefir 4,0
Käse
Doppelrahm-Frischkäse 2,6
Magerquark 3,2
Hart-, Schnitt- und Weichkäse Laktose in Spuren
Schmelzkäse 5,0-7,5
Fette Milchprodukte
Sahne 3,2-3,4
Crème fraíche 2,5
Butter 0,7

Vermeiden Sie versteckte Laktose

Laktose hat einige Eigenschaften, die sie für die Lebensmittelindustrie zum interessanten Hilfsmittel macht. Laktose ist als Trägersubstanz für Aromen und Wirkstoffe gut geeignet, sie bindet Wasser und ist deshalb ein gutes Feuchthaltemittel, und zusammen mit Eiweiß sorgt Laktose beim Erhitzen für eine schöne Bräunung. Auf verpackten Lebensmitteln müssen Milch, Milchbestandteile und Laktose in der Zutatenliste aufgeführt werden. Lesen Sie deshalb konsequent die Zutatenlisten, um versteckte Laktose zu vermeiden. Bäckereien und Metzgereien haben Listen mit den Inhaltsstoffen ihrer Waren. Lassen Sie sich vor dem Einkauf diese Listen zeigen, so vermeiden Sie versteckten Milchzucker auch bei loser Ware.

Schritt für Schritt beschwerdefrei

Das Ziel einer erfolgreichen Behandlung der Laktoseintoleranz ist, die individuelle Verträglichkeitsgrenze für Milchzucker zu finden und dadurch trotz Unverträglichkeit gegenüber Laktose beschwerdefrei leben zu können. Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen.

1 Begleiten Sie die Behandlung der Laktoseintoleranz durch ein Ess-Trink-Beschwerde-Tagebuch. Notieren Sie so genau wie möglich, was Sie gegessen und getrunken haben, und zusätzlich, ob Sie beschwerdefrei waren oder Symptome einer Laktoseintoleranz aufgetreten sind. Ein solches Tagebuch hilft Ihnen, Ihre individuelle Verträglichkeitsgrenze für Milchzucker sicher zu finden.
2 Am besten starten Sie die Behandlung einer Laktoseintoleranz mit dem Verzicht auf Milchzucker (Karenzphase) über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. In dieser Phase soll sich der gestresste Darm erholen können. Essen und trinken Sie in dieser Zeit ausschließlich laktosefreie Milchprodukte und Käsesorten, die von Natur aus nur Spuren von Laktose enthalten.
3 Wenn Ihr Darm sehr empfindlich ist, sollten Sie in der Karenzphase vorsichtshalber auch auf schwer verdauliche und blähende Gemüsesorten, kohlensäurehaltige Getränke, größere Mengen an Obst sowie auf Zuckeraustauschstoffe verzichten.
4 Im Anschluss an die Karenzphase können Sie nun im nächsten Schritt Ihre persönlich verträgliche Laktosemenge finden. Steigern Sie dazu langsam die Laktosemenge und verteilen Sie dabei die laktosehaltigen Lebensmittel auf mehrere Mahlzeiten. In den meisten Fällen ist es völlig ausreichend, langfristig eine „mäßig laktosearme“ Ernährungsweise mit einer Tagesmenge von 8 bis 10 Gramm Laktose einzuhalten.

Enzymersatz

Beim Essen außer Haus kann es nicht immer sicher gelingen, Laktose zu vermeiden. In diesen Situationen kann der Einsatz von Laktase-Enzympräparaten helfen, laktosehaltige Lebensmittel oder Mahlzeiten besser zu vertragen und Beschwerden zu vermeiden. Diese Präparate sind in Form von Tabletten, Kapseln und Pulver mit unterschiedlicher Enzymkonzentration erhältlich, angegeben als FCC-Wert (Food Chemical Codex). Laktase-Enzympräparate wirken ganz spezifisch nur auf Laktose und können aus diesem Grund nicht überdosiert werden. Der Enzymbedarf ist individuell verschieden. Am besten testen Sie aus, wie viel FCC-Einheiten Laktase Sie je 5 Gramm Laktose benötigen. Diese Laktosemenge ist zum Beispiel in 100 ml Milch oder in 125 g Joghurt enthalten. Nehmen Sie das Laktase-Enzympräparat bei Bedarf unmittelbar vor oder zu einer laktosehaltigen Mahlzeit ein. Laktase kann auch direkt in laktosehaltige Speisen eingerührt werden. Vermeiden Sie jedoch den Zusatz zu heißen Lebensmitteln, denn das Enzym wird durch Hitze unwirksam.

Diese Broschüre entstand mit freundlicher Unterstützung von

Bücher, die weiterhelfen:

  • Doris Fritzsche: „Laktoseintoleranz“, Gräfe und Unzer Verlag, München
  • Doris Fritzsche: „Nahrungsmittelintoleranzen“, Gräfe und Unzer Verlag, München
  • Medikament vorbestellen
  • Newsletteranmeldung
  • Notdienst

Medikamentenvorbestellung

Bestellen Sie Medikamente zur Abholung vor. So haben wir diese vorrätig und Sie vermeiden unnötige Wartezeiten. In unserem Shop sehen Sie alle verfügbaren Medikamente und können Ihre Reservierung/Bestellung abschließen.

Keine Haftung für Fehler. Alle Abbildungen ähnlich. Die Angebote gelten solange der Vorrat reicht und werden in haushaltsüblichen Mengen angeboten. Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und als unverbindliche Preisempfehlung der A-plus Service GmbH. Alle Angebote gültig vom 1.08.2017 bis 31.08.2017.
* Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers
** Unser regulärer Verkaufspreis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.